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In der Epoche des Hochmittelalters erbaute man im Jahre 1170 den romanischen, im Westen gelegenen Klosterturm St. Wigbert.
Als die hessischen Landgrafen 1606 die Reformation eingeführt hatten, säkularisierten sie das Kloster und wandelten es in eine Domäne um, also in ein landwirtschaftliches Gut. Zahlreiche Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude entstanden, fast alle Klostergebäude verschwanden. Nur der viergeschossige Klosterturm mit der 16 Säulen zählenden Krypta blieb erhalten; und er überdauerte auch die Jahrzehnte nach 1945, als auf der Anlage eine Konservenfabrik eingerichtet worden war und der umliegende Gebäudebestand allmählich zur Ruine verfiel.
Seit dem 11. September 1995 hat sich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten der Klosterruine Göllingen angenommen und notwendige Sicherungs- und Steinsanierungsmaßnahmen durchgeführt. Bisher ist angesichts der vorhandenen Bausubstanz angenommen worden, die Klosterkirche St. Wigbert sei ursprünglich eine dreischiffige Basilika mit Querschiff und zwei Chören gewesen. Unlängst durchgeführte archäologische Grabungen haben jedoch neue Erkenntnisse über die Baugeschichte ans Licht gebracht, denn die vorgefundenen Überreste von Säulen oder Pfeilern lassen auf die Existenz einer offenen Säulenhalle schließen.
Unbestreitbar aber stellt die Klosterruine Göllingen ein Zeugnis europäischer Kulturgeschichte dar, das ab November 2006 aufgrund unserer virtuellen Rekonstruktion in Göllingen zu bewundern sein wird. .
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