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Diese Aufnahme gewährt einen Blick auf einen Teil der Innenstadt von Schleiz; im Vordergrund ragt dabei die Evangelische Stadtkirche St. Georg auf. Der sakrale Bau blickt auf eine sehr bewegte Geschichte zurück, geprägt von vielfacher Beschädigung und Zerstörung sowie anschließendem Wiederaufbau. Die erste urkundliche Erwähnung von Schleiz und seiner Stadtkirche erfolgte im Jahre 1232. Die Kirche wurde von den Deutschrittern erbaut, jenem großen geistlichen Ritterorden, der neben Templern und Johannitern die Kreuzfahrer im Heiligen Land schützen sollte. Nach dem Scheitern der Kreuzzüge lag dessen Hauptaufgabe in der Kolonisation und Christianisierung der Ostgebiete; das wohl prominenteste Mitglied des Deutschen Ordens in der Neuzeit war Konrad Adenauer.
1284 wurde den Deutschrittern von Otto von Lobdeburg- Arnshaugk das Kirchenpatronat zu Schleiz übertragen. In den Jahren 1475 und 1517 brannte der spätgotische Saalkirchenbau jeweils ab und stand danach, nur mit einem Notdach versehen, lange Zeit als Ruine. 1533 wurde in der Stadtkirche Schleiz der erste evangelische Gottesdienst abgehalten. Kurz nachdem die wieder vollständig aufgebaute Kirche im Jahre 1567 feierlich eingeweiht worden war, stürzte das hintere Gewölbe ein. Gründe dafür waren vermutlich Baufehler. Als im Frühjahr 1637 in der Kirchgasse erneut ein Feuer ausbrach, wurden Turm, Dach und das Langschiff der Kirche stark beschädigt. Sogar die über drei Tonnen schwere Glocke war im Feuer zerschmolzen. In den folgenden Jahren musste die Kirche daher ein weiteres Mal wieder aufgebaut werden. 1642 bekam der Turm eine neue, in Gera gegossene Glocke. Sie wog 53 Zentner und kostete 1600 Gulden. 1672 zersprang sie und wurde von Hiob Breitinger in Schleiz umgegossen. Auf der linken Seite des Bildes schließt sich an die Stadtkirchedas sogenannte Rutheneum an. Das Gebäude diente bis 1923 als Gymnasium, dessen bekanntester Direktor von 1869 - 1876 Dr. Konrad Alexander Friedrich Duden war, der bedeutende Germanist, Burschenschafter und Begründer einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung. Duden reformierte die Schleizer Lehranstalt von Grund auf. Da sich Schleiz genau auf einer markanten Sprach- und Dialektgrenze befindet, sorgten die aus sieben (!) Kleinstaaten kommenden Schüler für ein entsprechendes Dialektgewirr. Auch von den Lehrern lehrte zuvor jeder seine eigene Art der Rechtschreibung. Mehr über das Leben und Wirken Konrad Dudens sowie über die lange Tradition Schleiz’ als Schulstadt (schon 1374 gab es eine Lateinschule) erfährt der interessierte Besucher in dem Museum, welches sich heute im Rutheneum befindet
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